Fragen an Basis für Frieden

Im Gespräch werden uns immer wieder Fragen gestellt. Wir haben darauf im Kreis der Vorstandsmitglieder Antworten darauf formuliert.

Frieden und Krieg - ein Spannungsfeld zwischen Gelassenheit und Aktivität, zwischen Pro und Kontra? Wie geht Basis für Frieden damit um?

Die Spannungsfelder führen – je nachdem – zur Vernichtung einer Partei, weil sich die richtige Idee durchsetzt, der Stärkere überlebt. Andererseits führt die „Lebensenergie“ zu Win-Win-Situationen, in denen sich die Vielfalt vergrößert.

Durch die Konzentration auf den Einzelnen und seine alltäglich Situation verringert sich die Vielfalt und der Übungsweg überschaubar. Basis für Frieden befindet sich - bezogen auf die Vermittlung von „Fachinhalten“ und von passenden „Übungswegen“ - noch ganz am Anfang. Die Mitglieder bringen Kompetenzen mit, z.B. in „gewaltloser Kommunikation“, „Mediation“, „Change-Prozessen“ und „Führungskompetenz“.

Ist Frieden „ein Geschenk“, „das Ergebnis der eigenen Arbeit“, „die Blüte der inneren Disposition (eigenen Zufriedenheit)“ oder „das Ergebnis meiner Liebe zu meinem Umfeld (Umgang mit Mitmenschen und der Natur)“? Antworten auf diese Fragen wurden im Vorstand und im Kreis der Mitglieder von Basis für Frieden kontrovers diskutiert. Die Wahrnehmungen hierzu sind unterschiedlich. Die Fragen beschreiben unterschiedliche „Blickrichtungen“ auf das Thema, so dass der „Frieden“ sich in einem mehrdimensionalen Raum befindet.

Auch Menschen, die mit sich selbst unzufrieden sind, können friedvolle Beiträge in ihrer Umgebung leisten. Wie soll damit umgegangen werden?

Zunächst sollte ein positiv wirkendes Verhalten anerkannt werden. Nach dem Motto „aus dem Guten entsteht das Bessere“ kann der friedliche Umgang mit sich selbst, die Wirkung der eigenen Person, d.h. insbesondere ihre friedvolle Wirkung in ihrem Umfeld steigern. Des Weiteren ist der Einsatz für den äußeren Frieden nur glaubwürdig, wenn er aus einem inneren Frieden entsteht. Arroganz oder Egozentrik sind genauso wenig zielführend wie übertriebene Selbstlosigkeit oder eine Ich-Negierung.

Der Frieden mit sich selbst hat verschiedene Voraussetzungen, z.B. das Urvertrauen mit sich und seiner Existenz. In wieweit beschäftigt sich Basis für Frieden damit?

Die Grundlagen für die eigene Zufriedenheit sind sehr vielfältig. Sie beginnen mit der genetischen Disposition und werden durch die Erziehung der Eltern, Angehörigen in der Schule und im Lebensumfeld beeinflusst. Die Erkenntnisse der Hirnforschung zeigen archetypische Grundmuster und belegen die Wirkung traumatischer Erfahrungen aus der eigenen Entwicklung oder aus der familiären Vorgeschichte. Rituale und Erkenntniswege helfen mit beim Umgang bzw. der Überwindung dieser Disposition.

Basis für Frieden sucht bisher keine „richtigen Antworten“ auf die Fragen sondern sammelt Ideen und Lösungsansätze: Kant‘s „Frieden ist die Mensch gemäße Lebensform“ oder Neues Testament „die geschwisterliche Beziehung der Geschöpfe“ oder Heiner Geissler „die Freiheit ist die Basis für Frieden“ oder Basis für Frieden Preisträgerin 2011 „den Frieden mit mir selbst schaffe ich durch die Verbundenheit mit der Natur“. Wir sind derzeit damit beschäftigt die Vielfalt wahrzunehmen und versuchen sie zu ordnen. So kommen wir auch auf „Henne oder Ei“ – was ist Ursache und was ist Wirkung.

Da wir uns hauptsächlich mit den realen Herausforderungen im Alltag beschäftigen, wird es schnell konkret. Es um praktische Lösungen im Einzelfall und nicht um allgemeingültige oder globale Formeln. Im Einzelfall zeigt sich die Vielfalt der Vorstellungen, Wahrnehmungen, Werte, Gewohnheiten, Ausdrucksweisen, …. Sie bestimmt den Übungsweg „Spannungsfeld wahrnehmen, respektieren und damit umgehen“. Die Selbstbestimmung, die persönliche Entscheidung bestimmt den Ablauf, z.B. „Geduld und Abwarten oder jetzt eingreifen“, „Win-Win oder Sieger-Verlierer Modell“ mit dem Lösungsansatz „Rechtsstreit oder Kaffeetrinken“.

Die Vereinbarung mit mir selbst (Ausführung 06.07.2011) wirkt egozentriert und hat wenig Bezug zum Zusammenleben. Ist der Eindruck richtig?

Der Eindruck ist verständlich, denn sie stellt den friedlichen Umgang mit sich selbst in den Mittelpunkt. In der Vorgängerversion (06.10.2010) wurden der friedliche Umgang mit mir selbst und der friedliche Umgang im alltäglichen Lebensraum gleichgewichtig dargestellt. Die Anforderung an sich selbst und gleichzeitig an sein Verhalten in der Umgebung wurde von vielen als „Angriff“ oder „Überforderung“ empfunden. Als „Entlastung“ und gleichzeitig als „Konzentration auf den eigentlichen Mangel“ in der Entwicklung zum Frieden entschied der Vorstand die Vereinbarung auf den Umgang mit sich selbst zu beschränken. Analysiert man z.B. die Realität der Aufforderung „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ zeigt sich, dass alle über die „Liebe des Nächsten“ reden aber praktisch keiner über das Thema „wie dich selbst“. Dieses Gebot aus Mose’s Zeiten und bekommt im Neuen Testament höchste Bedeutung und eine ganzheitliche, die „Schöpfung“ umfassende Dimension „Liebe den Herrn, … und Deinen Nächsten wie Dich selbst“.

Die bisherige Erfahrung des Vereins Basis für Frieden zeigen deutlich, dass der Schlüssel für eine friedliche Entwicklung eine Ausgewogenheit des Einzelnen mit sich selbst und in seiner Umwelt liegt. Sowohl in der Vereinssatzung als auch in den Aktivitäten des Vereins z.B. mit dem Basis für Frieden Preis zeigen, dass beide Elemente gleich wichtig sind. Die Wirkung einer Ego-Zentrierung ist also für das Vereinsanliegen unerwünscht bzw. gefährlich. Nicht zuletzt diese Frage hat dazu geführt, dass über die Rückkehr zur Version vom 06.10.2010 bereits diskutiert wurde.

300 Jahre Rastatter Friede – was bedeutet das für Basis für Frieden?

Die bisherigen Veröffentlichungen zu dem 300 jährigen Frieden von Rastatt konzentrieren sich auf die Tatsache, dass der Streit um das Erbe durch eine mehrstufige Verhandlungsführung beendet werden konnte. Eigentum als Grundlage für im Wettstreit der europäischen Machtzentren ist also Thema. Es ist eine Herausforderung den damaligen Prozess der kriegerischen Auseinandersetzung, der Entwicklung eines Friedenswunsches sowie die Realisierung der Friedensrealität als Entwicklungsprozess darzustellen, bezogen auf die handelnden Personen (ich) und bezogen auf die Gesellschaftsstrukturen. Es ist noch unklar, in wieweit wir von Basis für Frieden daran beteiligt sind. Die Aktionsgemeinschaft „Rastatter Frieden“ bietet die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches mit anderen Friedensorganisationen und der Präsentation der Vereinsidee und -aktivitäten. Nicht zuletzt sind damit gute Chancen zur Mitgliedergewinnung verbunden, wenn es gelingt unseren pragmatischen Ansatz attraktiv zu vermitteln.Umgang mit Internet Links?Wir verweisen durch einen einfachen Link auf Initiativen, mit denen es inhaltliche Verbindungen gibt und die ebenfalls auf uns verweisen. Hierzu nehmen wir Kontakt mit den Verantwortlichen auf. Wir informieren die Initiativen über unsere Aktivitäten und bitten uns ebenso zu behandeln. Stärkere Verbindungen bzw. aktive Zusammenarbeit gibt es bisher nicht. Im Rahmen der Friedenslichtaktion haben wir – soweit möglich – Links zu den Standorten und den Organisationen gesetzt, die ebenfalls aktiv waren. Hierbei haben wir auf aufwändige Abstimmungen verzichtet. Aber Im Falle einer Ablehnung den Link sofort entfernt.

Noch ein Hinweis zur Kernbotschaft „Weltfrieden beginnt in jedem Einzelnen“

Das Anliegen des Vereins bündelt sich in der Aussage „Weltfrieden beginnt in jedem Einzelnen“ beschreibt damit auch eine „globale“ Dimension. Die aktuellen Vereinsaktivitäten sind vergleichsweise „überschaubar“, „lokal“ und im „Alltag“ verhaftet. Dennoch haben zuletzt die Veranstaltungen Anfang 2013 gezeigt, dass diese Verbindung besteht und von vielen Menschen geteilt wird. Unsere Auseinandersetzung mit den Fragen an „Basis für Frieden“ war und bleibt eine hervorragende Chance der Auseinandersetzung mit unserem Vereinsauftrag. Sie bietet Möglichkeiten im Vergleich mit anderen die Übereinstimmungen und Unterschiede zu erkennen.

Die Diskussion fand im Kreis der Vorstandsmitglieder statt und wird nun in den Kreis der Mitglieder und Interessierten aus der Aktionsgemeinschaft Rastatter Frieden getragen.

Stand 30. August 2013

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